ibe Inspection

Das Programm "ibe Inspection" vereint die rechtlich europaweit vorgegebenen Vorschriften zur Zustandserfassung im Abwassersystem mit neuestem digitalem Informations- und Datenmanagement.

Techniken wie digitale Bild- und Filmverarbeitung, aber auch die datenbanktechnische Aufbereitung der Eingaben sind ein "Muss" jeder zeitgemäßen TV-Inspektion. Kombiniert mit flexiblen Sortier- und Filterfunktionen können auch komplexe Projekte mühelos abgearbeitet werden. Nachfolgend sehen Sie eine kurze Einführung in unsere Software "ibe Inspection". Bitte lesen Sie hierzu auch die Seite Allgemeines.

Die Erfassungsmaske



Die Erfassungsmaske lässt sich frei nach Ihren Anforderungen oder den Anforderungen Ihres Auftraggebers konfigurieren. Alle Einstellungen können projektbezogen gespeichert und in späteren Projekten wiederverwendet werden. So ersparen Sie sich immer wiederkehrenden Konfigurationsaufwand.

Die Bereiche

Im oberen Drittel der Erfassungsmaske befinden sich die "Grundlageninformationen".

Im mittleren Teil befinden sich die erfassten Zustandskodes. Bei der Erfassung dieser Kodes werden Sie, wie auch bei der Eingabe der Grundlageninformationen, stets und zwingend durch die Vorgaben der "EN13508-2" geführt. Durch den integrierten "AutoRecord-Modus" wird die Filmaufnahme, wie auch die Dateneinblendung über die Software gesteuert. Dadurch kann sich der Operator voll und ganz auf die Erfassung der "Zustände" konzentrieren .

Der "ibe Player"

Mit dem integrierten ibe Player können Sie bequem Ihre digitalen Filme betrachten und Videopositionen mit einem Mausklick "anspringen".

Eingabe der Grundlageninformationen

Die Kodes der Grundlageninformationen werden nach "EN13508-2" zur "Beschreibung von Informationen über die Haltung" verwendet. Als Haltung sind im Sinne der "EN 13508-2" Abwasserleitungen und Kanäle definiert. Die "EN 13508-2" fordert: "Grundlageninformationen sind bei Beginn der Inspektion einzugeben".
Dabei wird unterschieden zwischen Grundlageninformationen die aufzuzeichnen sind, wie

  • Haltungsbezeichnung
  • Richtung der Inspektion
  • Textliche Beschreibung der örtlichen Lage
  • Kodiersystem
  • Bezugspunkt für die Lagebestimmung in Längsrichtung
  • Inspektionsverfahren
  • Datum der Inspektion
  • Angabe ob eine Vorreinigung durchgeführt wurde
  • Jede weitere Information die vom Auftraggeber gefordert wird
  • und den "weiteren Grundlageninformationen" (aufzuzeichnen nach den Vorgaben des Auftraggebers) wie

  • Angaben zur örtlichen Lage
  • Name des Auftraggebers
  • Name der Gemeinde, des Bezirks oder die Bezeichnung des Entwässerungssystems
  • Eigentumsverhältnisse der Grundstücke
  • ursprünglich genutztes Kodiersystem (falls alte Datenbestände konvertiert wurden)
  • Uhrzeit der Inspektion
  • Name des Untersuchenden
  • Auftragskennung
  • Einzelheiten zur Videoaufzeichnung
  • Einzelheiten zu Fotoaufnahmen
  • Zweck der Inspektion
  • Querschnitt
  • Werkstoff
  • Einzelheiten zur Auskleidung
  • Rohrlängen
  • Tiefenlage bezogen auf die Sohlen der Anfangs- und Endknoten
  • Art der Abwasserableitung bzw. des Abwasserkanals
  • Art des Abwassers
  • Baujahr
  • strategische Bedeutung
  • Niederschlag
  • Temperatur
  • Abflusssteuerung
  • Atmosphäre in der Rohrleitung
  • Außerdem ist "jede bei der Inspektion festgestellte Abweichung von den Grundlageninformationen" aufzuzeichnen. Näheres zu diesen Kodes der Grundlageninformationen erfahren Sie in unserer Beschreibung der "Kodierung nach EN13508-2" auf diesen Seiten.

    Die Zustandserfassung

    Nach der "EN 13508-2" ist "jede Feststellung unter Verwendung eines Hauptkodes aufzuzeichnen, der weitgehend das Zustandsmerkmal und - sofern erforderlich - die folgenden ergänzenden Informationen beschreibt":

  • Charakterisierung - maximal zwei Kodes, welche das Merkmal näher beschreiben
  • Quantifizierung - maximal zwei Werte, zur Quantifizierung des Merkmals
  • Lage am Umfang - maximal zwei Zifferblattbezüge zur Lokalisierung der Feststellung am Umfang
  • Verbindung - Hinweis auf den Zusammenhang einer Feststellung mit einer Rohrverbindung
  • Lage in Längsrichtung - die Entfernung vom Bezugspunkt einschließlich der Möglichkeit zur Aufzeichnung von Feststellungen, die sich über eine größere Länge erstrecken.
  • Fotoreferenz
  • Videoreferenz
  • Anmerkungen - Text zur Beschreibung von Aspekten der Feststellung, die nicht auf andere Weise beschrieben werden können.
  • Näheres zu den Kodes der Zustandserfassung erfahren Sie in unserer Beschreibung zur Kodierung nach EN 13508-2. Kodes aus der Praxis nach der "EN 13508-2" finden Sie auf unserer Seite Schadensbeispiele.


    Unten sehen Sie den Kode einer "Schadhaften Schweißnaht - in Längsrichtung - bei 5:00 Uhr".

    Erläuterungen, Erklärungen und Beschreibungen der "EN 13508-2" blenden wir in einem Zusatzbereich (siehe oben den hellgelben Bereich) ein. So erspart sich der Untersucher mühseliges Suchen und Nachschlagen im Regelwerk.

    Steuerung des digitalen Videorekorders



    Das Bedienfeld unseres digitalen Videorekorders ist dem analogen Videorekorder nachempfunden. Der digitale Videorekorder wandelt das analoge Signal Ihrer TV-Kamera in digitale Daten auf Ihrer Festplatte. Der Fachbegriff für diese Umwandlung heißt Encoding. Das "Encoden" kann software-, aber auch hardwaremäßig erfolgen. Die weitaus bessere, aber auch teurere Methode ist das "Hardwareencoding". Dabei übernimmt ein externes oder internes Gerät (z.B.: eine PCI-Karte) diese Funktion. Der große Vorteil dabei ist, dass diese rechenintensive Aufgabe ausgelagert ist und der Rechner frei ist für seine eigentlichen Aufgaben. Der von uns verwendete Encoder kann sowohl "manuell" als auch im "AutoRecord-Modus" betrieben werden. Im "AutoRecord-Modus" werden alle Funktionen wie zum Beispiel die Dateneinblendung, oder die Pausenschaltung bei der Schadensauswahl von der Software übernommen. So kann sich der Untersucher voll auf seine eigentlichen Aufgaben konzentrieren. Per Shortcut, oder mit Mausklick werden digitale Fotos geschossen.

    Das Aufnahmeformat für unsere digitalen Filme ist frei wählbar. Folgende Formate sind zur Zeit möglich:

  • MPEG 1
  • MPEG 2
  • Microsoft MPEG 4
  • DivX MPEG 4
  • Als Auflösungen können gewählt werden:

  • 160 x 144 QSIF
  • 352 x 288 CIF
  • 640 x 480 VGA
  • 704 x 576 D1
  • 720 x 576 FD1
  • Die Bitrate kann von 0 bis zu 15000 Kbps bei 25 frames/s eingestellt werden. Allgemeine Informationen zum digitalen Videoformat finden Sie auf unserer Seite das digitale Videoformat .

    Einstellungen des digitalen Videorecorders

    Jeder Fotograf weiß, dass in der digitalen Fotografie immer ein Kompromiss zwischen Qualität und Datenaufkommen gefunden werden muss. Genau so ist es bei den digitalen Videoformaten. Hohe Qualität erfordert neben einem guten Kompressionsalgorithmus auch ein hohe Speicherkapazität. Analog bedeutet ein niedriges Datenaufkommen, meist auch mindere Qualität. Diese Eckpunkte sind aber nur in bestimmten Grenzen richtig, beziehungsweise anwendbar. Am oben erwähnten Beispiel der digitalen Fotografie stellt sich zum Beispiel die Frage: Ist eine Fotoauflösung von 10 Megapixeln und mehr sinnvoll, wenn die Fotos später nur auf dem Computerbildschirm betrachtet und an einem DIN A4-Drucker mit 300 dpi (dpi = dots per inch) ausgegeben werden?


    Es ist also unabdingbar sich im Vorfeld die Frage zu stellen, wie die aufgenommenen Daten einmal dargestellt, bzw. verwendet werden sollen. Ein Berufsfotograf der ein Werbefoto für eine Plakatwand erstellt, sollte sicher eine andere "Auflösung" wählen, wie der Hobbyfotograf, der ein paar Schnappschüsse per E-Mail verschicken möchte. Es ist entscheidend, mit was für einer "Auflösung" die "Daten" einmal ausgegeben werden sollen und in welcher Qualität. Als Ausgabemedium bei digtialen Filmen wird meist ein "normaler", analoger Fernseher, oder ein Computerbildschirm zum Einsatz kommen. Für diese Fälle sind die standardisierten Auflösungen der MPEG-Formate ("720 x 576", "640 x 480" und "352 x 288") bestens geeignet. Es ist natürlich zu beachten, dass die Auflösung "720 x 576" mehr als vier mal so viele Pixel (Bildpunkte) beinhaltet wie die Auflösung "352 x 288" und somit auch ein ungleich höheres Datenaufkommen bedeutet. Wenn also die Videos später nur in einem "kleinen" Fenster am Computerbildschirm betrachtet werden sollen, ist in vielen Fällen die Auflösung "352 x 288" absolut ausreichend. Wenn aber ausgefeilte Sanierungskonzepte und Zustandsbewertungen erstellt werden sollen, ist eine gute bis sehr gute Videoqualität unabdingbar und es sollte nicht mit Speicherplatz "gegeizt" werden. Sehr wichtig für die Qualität ist neben der Auflösung, wie bereits oben erwähnt, das Kompressionsformat und die Bitrate. Als Kompressionsformat kommt zur Zeit nur noch MPEG2 und MPEG4 (DivX, Microsoft) in Frage, wobei MPEG4 dem MPEG2-Format immer mehr den Rang abläuft. Die Qualität von MPEG4 ist inzwischen vergleichbar mit MPEG2, aber das Speicheraufkommen beträgt nur einen Bruchteil von MPEG2.


    Bevor Sie mit digitalen TV-Untersuchungen beginnen, sollten Sie die folgenden Tipps beherzigen.

    Tipp!

    Machen Sie Versuche mit verschiedenen Auflösungen und Bitraten. Notieren Sie sich die Einstellungen und die daraus resultierenden Dateigrößen. Vergleichen Sie Qualität und den dafür benötigten Speicherplatz. Seien Sie sich bewusst, dass bei großer Auflösung und hoher Bitrate ein sehr gutes Ergebnis erzielt werden kann. Der Preis für die gute Qualität ist jedoch ein hoher Speicherbedarf. Umgekehrt kann bei entsprechend geringerer Qualität und Auflösung der Speicheraufwand extrem verringert werden.


    Jede Umwandlung eines Videosignals ist letztendlich ein Kompromiss zwischen Qualität, Auflösung und Speicherplatz. Eine mittlere Auflösung bei guter Qualität (hoher Bitrate) ist meist eher zu empfehlen als hohe Auflösungen bei schlechter Qualität. Beachten Sie die Wünsche und Möglichkeiten Ihrer Kunden und Auftraggeber.
    Machen Sie sich rechtzeitig Gedanken über eine zuverlässige Strategie der Datensicherung und -archivierung. Schon nach relativ kurzer Zeit sammeln sich große Datenmengen an, die verwaltet und archiviert werden wollen.

    Nachfolgend finden Sie einen Link zu einer Beispielliste die mit verschiedenen Auflösungen und Bitraten erstellt wurde. Liste mit verschiedenen Auflösungen und Bitraten

    Wir haben mit jeder Einstellung 1 Minute Film aufgenommen und analysiert. Links stehen die Einstellungen. In der rechten beige hinterlegten Hälfte die daraus resultierenden Ergebnisse. Die Einstellungen der blau beschrifteten Zeilen halten wir für empfehlenswert, die rot beschrifteten Zeilen für weniger, oder nur in Sonderfällen für sinnvoll. Beachten Sie jedoch, dass Sie durchaus andere Ergebnisse erzielen können, da die resultierende Dateigröße immer auch von der Art der komprimierten Bilder abhängt. Ein schwarzes oder einfarbiges Standbild ist kleiner komprimierbar als ein detailreiches Bild mit vielen und schnellen Bewegungen.


    Steuerung der Dateneinblendung



    Auch die Dateneinblendung kann sowohl "manuell" als auch im "AutoRecord-Modus" betrieben werden. Die einzublendenden Grundlageninformationen wie Haltungsbezeichnung, Straße, Auftraggeber, Ort, usw. können frei gewählt werden.

    Die eingeblendeten Daten werden unwiderruflich in den digitalen Film "eingebrannt". Selbstverständlich unterstützen wir die Systeme aller wichtigen TV-Fahrzeughersteller.

    Filtern, Suchen und Sortieren

    Ein Schlüssel um im "Informationszeitalter" mit der stetig wachsenden Flut an Daten umzugehen sind effiziente Filter-, Such- und Sortierfunktionen. Damit Sie in Ihren Daten den Überblick behalten, ist unsere Software mit moderner Datenbanktechnik ausgestattet. Ob die Definition von Bereichen (z. B. Durchmesser von DN 100 bis DN 300), oder die Auswahl von verschiedenen Begriffen (z. B. "Hauptstraße oder Nebenstraße"), aber auch die Kombination von allen möglichen Bedingungen ist möglich. Selbstverständlich können auch Platzhalter (Matchcodes) gesetzt werden. Die "gefilterten" Bereiche können dann sortiert bearbeitet und ausgedruckt werden.

    1. Sortierung und Filterung

    In diesem Beispiel sind die Grundlageninformationen nach drei Kriterien (Von Schacht, Nach Schacht, Höhe) sortiert. Die Sortierung wurde in allen drei Fällen aufsteigend gewählt. Zusätzlich wurde noch ein Filter (Höhe größer DN 100 und kleiner DN 300) gesetzt. Mit dieser Einstellung werden alle Durchmesser zwischen DN 100 und DN 300 angezeigt. Die angezeigten Daten sind nach den oben genannten Kriterien sortiert.

    2. Suchen

    Integrierte Riss-, Hindernis- und Deformationsvermessung

    Falls Ihr Kamerasystem eine lasergestützte Rissbreitenvermessung unterstützt, können Risse, Hindernisse und Deformationen am Computerbildschirm vermessen werden. Die Vermessung erfolgt am Videolivebild. Der Abstand der Laserpunkte ist systemabhängig konfigurierbar.